Der Windows Protected Print (WPP)-Modus und das Ende der Druckertreiber von Drittanbietern

Microsoft stellt das Drucken unter Windows auf ein neues Modell um, das auf dem IPP-Klassentreiber, Mopria und Druck-Support-Apps basiert.
Die Umstellung erfolgte schrittweise, doch die Roadmap ist nun klar.

🔍 Worum geht es grundsätzlich?
Microsoft stellt das klassische, treiberbasierte Windows-Druckmodell (v3/v4‑Treiber) schrittweise ein und ersetzt es durch eine moderne, treiberlose Druckplattform, die auf drei Säulen basiert:
– Microsoft IPP Class Driver (Inbox-Treiber)
– Mopria-Standard
– Printer / Print Support Apps (PSA) aus dem Microsoft Store

Ziel ist:
– mehr Sicherheit
– weniger Instabilität
– einfachere Administration
– bessere Unterstützung von ARM / Windows on ARM

⚙️ Funktionsverluste bei Spezial‑ und Komfortfunktionen
Was passiert:
Der Microsoft IPP Class Driver deckt bewusst nur Standardfunktionen ab:
Drucken, Duplex, Farbe/SW, Papierfächer
Viele herstellerspezifische Features fehlen zunächst oder sind anders umgesetzt:
– Heften, Lochen, Broschüren
Sonderpapierprofile
Toner-/Farbkalibrierung
Pull‑Print‑Integrationen über Treiber

➡️ Diese Funktionen kommen nur, wenn:
– der Hersteller eine Printer Support App (PSA) anbietet
– oder ein externer Print‑Management‑Layer (z. B. MyQ, PaperCut) sauber integriert ist

🖨️ Alte oder günstige Drucker fallen schlicht durch
– Problemklasse „Legacy“:
– Drucker ohne Mopria-Zertifizierung
– ältere MFPs (v. a. >7–10 Jahre)
– günstige Consumer- oder SOHO-Geräte

Konsequenz:
– Kein IPP‑Betrieb
– Kein WPP‑Support
– Drittanbietertreiber funktionieren zwar evtl. noch, sind aber nicht zukunftssicher
– Ab Juli 2026 wird IPP bevorzugt, ab 2027 gibt es faktisch Stillstand bei Treibern

➡️ Diese Geräte werden strategisch zu Austauschfällen.

🔐 Probleme durch Windows Protected Print Mode (WPP)
Sobald WPP aktiviert wird (heute optional, später Standard):
✅ Alle Drittanbieter‑Treiber werden deinstalliert
❌ Drucker mit v3/v4‑Treibern verschwinden
❌ Alte Druckerports & Presets gehen verloren
✅ Nur IPP‑basierter Druck ist erlaubt

Typische Folge in der Praxis:
„Nach dem Update ist mein Drucker weg.“
👉 Das ist kein Bug, sondern Design.

✅ Kurzfazit für die Praxis
Die größten Probleme entstehen dort, wo:
– alte Drucker eingesetzt werden
– Spezialfunktionen zwingend nötig sind
– niemand vorbereitet ist
– WPP plötzlich aktiviert wird

Die Technik selbst ist nicht das Problem – die Übergangsphase ist es.